25.10.2020

Im City-Grill ist es herbstlich geworden. Ein kleiner Zierkürbis liegt in der Auslage und hat den Auftrag, diese zu dekorieren. Die, sonst dort liegenden roten Paprika-Schoten, haben ihren Aufenthaltsort gewechselt, sie liegen nun neben dem Waschbecken. Der orangefarbene Minikürbis ist etwas größer als die Paprika und wirkt, je nach erforderlicher Schnelligkeit der Speisenzubereitung, etwas hinderlich bei der Öffnung der Soßenbehältnisse. Ich frage mich, durch wen der Kürbis dort hingelangt ist und habe dabei den nett lächelnden Chef des Ladens vor Augen. Stets auf einen guten Eindruck bedacht, hat er den Kürbis sicher an diesen Ort gelegt. Inwieweit den Angestellten, die Anwesenheit des Mini-Kürbisses bereits aufgefallen ist, wie sie zu ihm stehen und ob er ihre Arbeit beeinflusst, lässt sich anhand der routiniert wirkenden Handgriffe, der mir bekannten Herren, nicht in Erfahrung bringen. Der Alltag im City-Grill und die sich wiederholenden Fragen nach Salat und Soße, die immer gleiche Abfolge der Zusammenstellung der Döner und die, schon einstudiert-wirkenden Bewegungsabläufe, lassen den kleinen, scheinbar unbeachteten Kürbis fast ein wenig fremd und albern wirken. Als ich bezahle und mit einer durchsichtigen Plastiktüte zur Tür gehe, habe ich plötzlich das unangenehme Gefühl, den Kürbis zu verlassen.

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