01.07.2020

Die Sonne scheint. Vor dem Bäcker wird wie jeden Mittwoch ein Obststand aufgebaut. Die Chefin, mit Jeans und einem rot-weiß-geringeltem T-Shirt bekleidet, geht konzentriert in einem leicht x-beinigen Schritt um das schon ausgelegte Obst und sortiert die Orangen gewissenhaft nach einem System, welches offenbar ihrem Gefühl entspricht. Dann holt sie große Pappschilder, die den Preis anzeigen und verteilt diese auf den Früchten. Die Apfelsinen werden heute teurer. Sie nutzt die andere Seite des Schildes und legt mit einem großen schwarzen Stift, einen neuen Preis fest. Dabei fällt eine Ananas zu Boden. Ich sehe, wie die Dame die Frucht aufhebt, sie mit der Hand abwischt und zu den anderen zurücklegt. Dann hält sie kurz inne, nimmt die Ananas noch einmal in die Hand und trappiert sie ansprechend auf dem großen Ananas-Berg. Die runtergefallene Ananas ist nun dadurch zu erkennen, dass sie steht, während die anderen liegen. Ein Mitarbeiter hängt dünne Plastikbeutel auf und ein weiterer geht mit einer kleinen Geldkassette zu dem Ort, an dem für gewöhnlich die Kasse zu finden ist. Ich frage mich, wer wohl heute der/die erste/n Kunde/in an diesem Obststand sein und ob er/sie auf die Ananas aufmerksam wird. Dann erscheint das kleine grüne Fahrrad an der Ampel und ich tröste mich mit dem Gedanken, auf dem Heimweg nach der Ananas zu sehen.

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