26.05.2020

Im Fahrradgeschäft nehme ich eine Stimmung wahr, die nicht zum eigentlichen Ziel des Ladens beiträgt. Diese geht vom Inhaber aus. In einer sehr bizarr wirkenden und auffallend offensiven Muffligkeit bekommt jede/r Kunde/in Antworten, die auf eigenartige Weise negativ überraschen. In Anbetracht der zuvor vernommenen Gespräche, wundere ich mich über den Andrang im Laden und die ungewöhnliche Beharrlichkeit, mit der hier alle darauf warten, gleich eine unfreundliche und/oder mindestens seltsame Antwort zu bekommen. Bereits zweimal klang an, dass es sich bei dem Laden um ein mittelständisches Unternehmen handelt. Jeweils mit der Frage verbunden, was der/die Kunde/in denn erwarte. Dass ich lediglich wegen Luft da bin, lässt mich mein Vorhaben und dessen Umsetzung an diesem Ort, immer wieder überdenken. Als ich an der Reihe bin und mein Anliegen vortrage, bekomme ich mit dem Finger die Luftpumpe gezeigt. Diese ist, wie ich erfahre, innerhalb des Ladens zu benutzen, weil „…schon genuch verschwunden sind.“ Während ich das Rad aufpumpe, betritt ein Herr in beigefarbener Bundfaltenhose den Laden. Er hält ein Einkaufsnetz in der Hand und fragt leicht angespannt nach Winterreifen für ein Fahrrad. Diese sollten sowohl Schnee als auch Glätte bewältigen. Der Inhaber des Fahrradgeschäfts kommt hinter dem Tresen hervor, zeigt auf das Fenster und sagt „Hamm‘se schon ma rausgeguckt?“

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