16.05.2020

Im Baumarkt gehe ich in Richtung Eisenwaren und hab Mühe, mich zwischen den Schrauben und den Menschen wiederzufinden. Ich halte mich am Einkaufswagen fest und fahre mit dosiertem Blick geplante Ziele ab. Die Vielzahl an Reizen, die hier nach Kategorien und Regalen einsortiert zu sein scheinen, lösen in mir eine leichte Angriffslust aus. Die auf dem Parkplatz noch zu vernehmenden Stimmungen des kleinen Aufbruchs und der Anschaffungsfreude sind der Wahrnehmung einer komplexen Sinnlosigkeit gewichen. Der Blick auf die Toilettenkörper kann diese etwas abmildern, wohingegen die Lampenabteilung mit ihren teilweise verwahrlost wirkenden, flackernden Ausstellungslampen etwas in mir hervorruft, das mich an Schlafmangel erinnert. Bedauerlicherweise begleitet mich zumeist mit Eintreten in einen solchen Fachmarkt auch eine lähmende Ahnungslosigkeit und enttäuschte Zerstreuungsvorfreude. Wirklich schön an diesem Besuch kann ich nur den Moment des Verlassens finden. Wenn das vertraute Auto wieder in das Blickfeld rückt, das schwere Gefühl von der Brust verschwindet und kurz wieder alles möglich zu sein scheint. Zumindest bis zum Einparken vor der Haustür.

Für E.

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