30.04.2020

Wenn in der Kaufhalle, kurz vor der Kasse in der Knabberspaßabteilung plötzlich deutlich wird, dass das leere Fach dem Platz zuzuordnen ist, indem sonst die Lieblingsflips zu finden sind, dann habe ich kurz den Impuls den vollen Einkaufskorb irgendwo abzustellen, den Laden fluchtartig zu verlassen und so zu tun, als sei ich versehentlich dort gewesen. Manchmal, in kontaktfreudigeren Momenten, frage ich eine/n der netten und mir vertrauten Verkäufer/innen nach den Flips. Dabei hoffe ich immer besonders auf den sog. „Lager-Satz“, alle anderen Antworten wie z.B. „Nur so wie es da liegt“ oder „Nein, wir bekommen erst morgen Lieferung“ wirken dagegen wie eine verschlimmerte, endgültige Absage und bringen mich in die seltsame Situation meine große Enttäuschung gefasst verbergen zu müssen. Den Mut zu fragen habe ich nicht immer. Hin und wieder möchte ich die Frage auch einfach offen lassen und es in Erwägung ziehen können, dass das Fach einfach noch nicht nachgefüllt wurde. Auch wenn dies bedeuten würde, dass ich ohne Flips den Laden verlasse, obwohl sie eigentlich da sind. Wenn ich mich traue zu fragen und es wird mir freundlich „Da muss ich mal im Lager schauen“ geantwortet, dann fühle ich mich belohnt mit der kleinen Hoffnung, dass die Person anders zurückkehrt, als sie gegangen ist – mit einer dieser kleinen grünen Flipstüten.

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